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La Bénédiction (Madagaskar)

Mino unterwegs zum Besuch von Feldern der jungen Erwachsenen.

Madagaskar zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Im Index der menschlichen Entwicklung nimmt es den 156. Platz ein (von 188).

Dort lebt die begabte, junge, lutherische Theologin Ranjamino Herimalala. Mino, wie sie sich abekürzt nennt, war als Bossey-Studentin 2015 in der Schweiz und hat unsere Kirchgemeinde in Tenniken am ersten Adventswochenende besucht. Die mathematisch begabte Schülerin studierte aus Überzeugung gegen den Widerstand ihrer Eltern Theologie und ist mit Emanuël, einem lutherischen Pfarrer, verheiratet. Als Frau kann sie im afrikanischen Kontext selber nicht als Pfarrerin arbeiten, aber als Pfarrfrau sind ihr die hohe Arbeitslosigkeit und die fehlenden Perspektiven junger Menschen, die oft schon mit unter 20 vom Alkohol abhängig werden, ans Herz gewachsen.

Die 33-jährige Theologin initiierte nach der Rückkehr von ihrem Aufenthalt in Bossey 2016 das Projekt «La Bénédiction», um Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 16 bis 22 Jahren zu fordern und zu fördern. Ziel: Diese jungen Menschen sollen mal auf eigenen Beinen stehen können, wenn sie eine Familie gründen, wenn sie ihr tägliches Brot verdienen und wenn sie in ethischen Fragen einen eigenen Standpunkt beziehen sollen. In der ländlichen Gegend des Distrikts Fandriana (auf den schlechten Strassen Madagaskars ca. 7 Stunden südlich der Landeshaupstadt Antananarivo) erwachen auf diese Weise Perspektiven und Motivationen für eine neue Generation junger Menschen. Dreimal pro Woche werden inzwischen 43 junge Erwachsene unterrichtet, damit sie ihre verpasste oder unzureichende Alphabetisierung nachholen können und damit sie entsprechend ihren Begabungen landwirtschaftliche oder/und handwerkliche Kenntnisse erwerben, um besser für ihr eigenes Leben gerüstet zu sein.

Karte von Madagaskar.
Zukünftiges Seminargebäude von La Bénédiction.

Dabei erlernen sie z.B. den Unterschied zwischen traditionellem bäuerlichen Leben und organisierter geplanter Landwirtschaft kennen, ebenso werden Kenntnisse in der Tierhaltung vermittelt, in Sachen Hygiene (die meisten Dörfer in ländlichen Gegenden verfügen nicht über Kanalisationssysteme), und für die spätere Qualifizierung in handwerklichen Berufen werden Grundlagen gelegt.
Mino arbeitet mit dem Prinzip der geteilten Verantwortung. 4 junge Erwachsene schickt sie halbjährlich in Schulungskurse zur Erlangung von Wissen und Fertigkeiten im Bereich Handwerk (Korbflechten; Holzbearbeitung) und Landwirtschaft. Im Anschluss an diese Ausbildungszeit geben diese Menschen ihr Wissen in Kursen von «La Bénédiction» an die nächste Generation weiter. Vertraglich ist geregelt, dass diese Weitergabe dann auch tatsächlich geschieht und das erworbene Wissen nicht einfach für den Eigenbedarf behalten wird.

Mino selbst sieht ihre Aufgabe in theologischer Aufklärung und ethischer Schulung.
Was heisst das? Dazu zwei Punkte:

  • Der animistische Glaube ist im Volk stark verankert. Und auch viele Christen in Madagaskar pflegen die kostspieligen Rituale der Ahnenverehrung, bei denen zudem viel Alkohol fliesst. Hier ist Aufklärung im gut monotheisitschen Sinne nötig, damit die jungen Menschen nicht denken, ihre mangelnden Zukunftschancen seien unzureichender Ahnenverehrung geschuldet. Gleichzeitig dient die Aufklärung einer sorgfältigen Auseinandersetzung mit der Elterngeneration.
  • Wie erklären Sie einem Menschen, der nichts hat, was «Investition in die Zukunft» bedeutet? Fakt ist, dass ein nach Madagaskar gespendeter Hilfsdollar mit 90%-iger Wahrscheinlichkeit eingesetzt wird, um ein Stück Fleisch zu kaufen. Das ist nicht Diebstahl, sondern einfach die naheliegendste Investition für einen Menschen, der seit Wochen nur Reis und Früchte gesehen hat. In den Kursen lernen die Menschen einen verantwortlichen und nachhaltigen Einsatz ihrer Ressourcen kennen, und sie lernen, über den Augenblick hinauszudenken.

Ihrer Spende kommt ohne Abzug direkt der Arbeit von Mino in Madagaskar zugunsten.
Vermerk bei Spende «La Bénédiction» oder «Mino»

ibbo engagiert sich...

Begleitet wird das Projekt durch Ulrich Dällenbach aus Tenniken.
ibbo stellt sein Knowhow im Bereich Bildungsentwicklung zur Verfügung und begleitet die Projektabwicklung.